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Vorteile durch den Zusammenschluss zu einer Genossenschaft

Genossenschaften sind eine weit verbreitete Gesellschaftsform. Bundesweit gibt es 7.600 Genossenschaften mit 600.000 Arbeitsplätzen und 21 Millionen Mitgliedern: Statistisch ist bereits jeder vierte Bundesbürger Mitglied in einer Genossenschaft. Die Idee der Genossenschaft gilt als Chance für die Kleinen in einer Welt der Globalisierung: In Zeiten eines globalisierten Wettbewerbs können kleine Produzenten und Dienstleister leichter überleben, wenn sie sich zusammenschließen. Die Vereinten Nationen hatten 2012 zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen.

Eine eG (eingetragene Genossenschaft) unterliegt den besonders strengen Sicherheitsanforderungen des Genossenschaftsgesetzes und wird durch einen staatlich anerkannten Prüfungsverband kontrolliert. Eine eG ist solidarisch und dennoch profitorientiert sowie die Gesellschaftsform mit dem geringsten Insolvenzrisiko. Das Genossenschaftsgesetz hat sich seit über 100 Jahren bestens bewährt, z.B. bei den Volks- und Raiffeisenbanken, auch vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Finanzkrise. Danach muss jede Genossenschaft einem besonderen Prüfungsverband angehören, der bei der Gründung eine Prüfung der Solidität vornimmt, die Genossenschaft jährlich (bei kleinen Genossenschaften alle zwei Jahre) prüft und - als zusätzliche Prüfungsaufgabe - die Geschäftsführung beurteilt und berät. Diese Prüfungsaufgaben gehen weit über die Prüfungen des Abschlussprüfers bei einer AG hinaus. Wichtige Entscheidungen bei der eG müssen sowohl vom Vorstand als auch vom Aufsichtsrat - jeweils mit eigener Mehrheit - gemeinsam getroffen werden.

Im Gegensatz zu den meisten Fonds beispielsweise, die fremde Gelder (Kundeneinlagen) verwalten, unterliegt eine eG, die lediglich ihr Eigenkapital einsetzt, den Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes und ihrer eigenen Satzung. Eine eG wird insbesondere vom Gedanken der Selbstbestimmung und Selbstverwaltung getragen und verwaltet nur das Kapital ihrer Mitglieder.

Jedes Mitglied hat gesetzlich verankerte persönliche Mitwirkungsrechte und ist als Mitglied am Ertrag beteiligt. So hat ein Mitglied beispielsweise


Der Förderzweck der Altersvorsorgegenossenschaft (AVG)

Der genossenschaftliche Förderzweck besteht in der Erbringung einer Dienstleistung, die gemeinschaftlich im Zusammenschluss mit anderen Mitgliedern besser erbracht werden kann als es ein einzelnes Mitglied für sich alleine könnte. Der wirtschaftliche Nutzen der Mitglieder, der Förderzweck, besteht in der Teilnahme an einem solchen gemeinschaftlichen Projekt, das ein einzelnes Mitglied alleine so nicht durchführen könnte.

Genauso wie Konsumgenossenschaften Vereine sind zum gemeinschaftlichen Einkauf und den gemeinsamen Einkauf für ihre Mitglieder tätigen, da die einzelnen Mitglieder die Waren niemals zu dem günstigen Preis einkaufen könnten, wie es die Genossenschaft auf Grund der großen Zahl ihrer Mitglieder kann, genauso können sich Mitglieder in einer Altersvorsorgegenossenschaft zusammenschließen, um gemeinsam Investitionen an der Börse oder für ihr Wohnen im Alter vorzunehmen, die ein einzelnes Mitglied so nicht tätigen könnte: Die Genossenschaft bündelt nicht nur das Fachwissen der Mitglieder, sondern kann durch laufende Beobachtung der politischen wie wirtschaftlichen Welt- und Marktlage eine Überwachungsleistung erbringen, wie es dem einzelnen Mitglied niemals möglich wäre.

Bei ihrem Rentenmanagement gibt es für die Mitglieder der AVG bisher keine Alternative zu den Investmentfonds, bei denen es von Gesetz und Struktur aus nicht möglich ist, größere Kurs- und Wertrückschläge dadurch zu vermeiden, dass Investitionen in Derivate sowohl in Richtung steigender Kurse als auch in Richtung fallender Kurse vorgenommen werden dürfen. Jedem einzelnen Mitglied steht diese Möglichkeit zwar privat offen, er kann sie alleine aber nicht effizient nutzen. Der Zusammenschluss von Mitgliedern in einer Altersvorsorgegenossenschaft ist daher ein innovatives Mittel zur Selbsthilfe: Mitglieder schaffen sich eine Möglichkeit zur börsenbasierten Altersvorsorge, die ohne die Bildung der Genossenschaft gar nicht vorhanden wäre. Genauso können sich die Mitglieder im Rahmen ihres Wohnungsmanagements Wohnmöglichkeiten für das Alter schaffen, wie sie es auf sich allein gestellt niemals schaffen würden, mit Hilfe einer Genossenschaft wie der AVG aber sehr wohl.

Ihr Ziel ist dabei nicht nur die Erzielung einer Rendite, sondern auch die Erzielung dieser Rendite mit weniger Risiko durch Ausschöpfung aller Möglichkeiten des Finanzmarkts oder mit mehr Qualität durch Ausschöpfung aller Möglichkeiten des Wohnungsmarkts, die ein einzelnes Mitglied für sich alleine gar nicht wahrnehmen könnte, eine Genossenschaft aber sehr wohl.

Die Mitglieder beteiligen sich dabei nicht an einem fremden Unternehmen, sondern bilden ihre Genossenschaft nach den Regeln des Genossenschaftsgesetzes, die sich seit über 100 Jahren bewährt haben. Es gibt klare Regeln zur Bildung von Vorstand und Aufsichtsrat, zur Geschäftspolitik und zur Überwachung der Geschäftsführung. Die Mitglieder sind dabei der Souverän ihrer eigenen Genossenschaft: Sie bestimmen letztlich die Satzung und wählen den Aufsichtsrat, der seinerseits wieder den Vorstand ernennt, sodass die Mitglieder letztlich auch die Geschäftspolitik und deren Prioritäten bestimmen.